Interview mit Petra Polzer

Wie würden Sie sich selbst und Ihre Firma beschreiben?

Ich stehe mitten im Leben. Ich bin 51 Jahre jung, echte Schwäbin und komme aus Giengen/Brenz. Durch meine langjährige Lebens- und Berufserfahrung kann ich gut zuhören. Das ist Voraussetzung, Texte empathisch in Worte zu fassen. Meine Arbeit ist Teil von mir, sie macht mir Freude, weil ich meine Kreativität ausleben kann, aber auch weil ich gerne mit Menschen kommuniziere. Mein Motto „In der Ruhe liegt die Kraft“ hat mich schon häufig zum Ziel geführt. Am liebsten arbeite ich auf einer Vertrauensbasis, die das gesprochene Wort als Grundlage nimmt. (Z.B. unterschreibe ich nur in Ausnahmefällen eine Art Vertrag oder mache ein schriftliches Angebot – das hilft mir auch, den bürokratischen Aufwand in Grenzen zu halten.)

Was waren die entscheidenden Meilensteine für Ihre berufliche und persönliche Entwicklung? Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich selbständig zu machen? Und seit wann besteht Ihr Unternehmen?

Nach meiner Ausbildung zur Wirtschaftskorrespondentin und Fremdsprachensekretärin mit Abschluss im Jahr 1982 arbeitete ich 24 Jahre im Festangestelltenverhältnis bei der Firma Mercedes-Benz AG (später DaimlerChrysler) in Stuttgart. Nebenberuflich machte ich mich im Jahr 2000 als Autorin selbständig. Damals veröffentlichte ich einen Roman. Mein erster großer Kunde jedoch war der internationale Fachverlag WEKA, für den ich „wie am Fließband“ in Nachtschichten Musterreden für Manager und Mustertexte für Assistentinnen und Sekretärinnen schrieb.

Als ich 2005 meinen Mann kennenlernte, zog es mich nach Niederbayern, wo ich in Passau als Vorstandsassistentin in einem Softwarehaus bis 2010 arbeitete. Mitdenken war oft nicht gewünscht, meine Kreativität konnte ich nicht ausleben, auf gleicher Augenhöhe arbeiten war ein Wunschtraum – und die Verantwortung wurde nur übertragen, wenn man für Fehler Schuldige suchte. Als die Firma immer mehr Stellen abbaute, wagte ich den Schritt in die komplette Selbständigkeit, wobei ich ja bereits 10 Jahre an nebenberuflicher Erfahrung hatte und damit kein Neuland mehr betrat.

Für mich ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen, mein eigener Chef zu sein, meinen Tag selbstbestimmt gestalten zu können, im Homeoffice zu arbeiten und nicht so viel Zeit auf der Straße auf der Fahrt zur Arbeit zu vergeuden.

Gab es besondere Schwierigkeiten, die Sie zu bewältigen hatten und wie haben Sie Ihre Gründung in Angriff genommen?

Ich hatte keine konkreten Schwierigkeiten, da ich mich lange genug nebenberuflich damit beschäftigt hatte. Somit war schon alles vorhanden, was ich für die Selbständigkeit benötigte und hatte damit ein überschaubares Budget. Arbeitszimmer, PC, Internet, Telefon und Fahrzeug waren vorhanden, so dass ich nicht mehr viel investieren musste – außer Zeit.

Klar war, dass ich für mein Vorhaben einen langen Atem benötigte, denn bei meinem Dienstleistungs-angebot kommt es hauptsächlich auf persönliche Kontakte an, die auf Vertrauen basieren. Dieses Netzwerk aufzubauen, braucht Zeit und ist mit einem Mal Netzwerkveranstaltung und getauschter Visitenkarte nicht getan.

Ich habe außerdem gelernt, Dinge abzugeben, bei denen ich mich durchbeißen müsste und für die ich keine Geduld habe, z.B. das gesamte Thema „Steuer“, aber auch Unterstützung bei IT.

Welche Leistungen bzw. welche Produktpalette bieten Sie an?

Ich biete die Dienstleistung als Texterin und Ghostwriterin an. Das bedeutet: Ich schreibe Texte im Kundenauftrag. Diese sind sehr vielfältig: Redemanuskripte oder Musterreden, moderne Korrespondenztexte als Vorlagen oder nach spezifischen Angaben des Kunden, Pressemitteilungen, Presseartikel, Texte für Social-Media-Profile oder Gruppenbeiträge, Websites oder Newsletter, Flyer, Broschüren, Weihnachtspost und vieles mehr.

Worauf legen Sie bei Ihrer Geschäftstätigkeit besonders Wert und wie heben Sie sich von der Konkurrenz ab?

Gesteigerten Wert lege ich darauf, dass die Texte für den Auftraggeber authentisch sind. Seine „Botschaft“ soll ankommen bei seiner Zielgruppe. Ich habe keine Textbausteine, sondern meine Texte sind sehr individuell. Außerdem kann er sich auf absolute Diskretion verlassen. Gerade bei Reden sind beide Aspekte wichtig.

Um für jemanden authentisch schreiben zu können, nehme ich mir für ein ausführliches Gespräch Zeit, um den Geschäftspartner kennenzulernen. Viele Hintergrundinformationen, die man mir hier gibt, sind nur für mein Verständnis. Es gelangt nichts in die Öffentlichkeit, was nicht mit dem Auftraggeber abgestimmt ist.

Welche Bedürfnisse haben Sie, welche Themen müssen auf der Messe behandelt werden und von welchen Anlaufstellen können Sie sich Unterstützung jeweils am ehesten vorstellen?

  • Kennenlernen und Netzwerken untereinander
  • Öffentlichkeitsarbeit – Pressevertreter sind anwesend

Gibt es Tipps, die Sie den geschäftstätigen und berufstätigen Frauen geben würden?

  • Sich immer Luft und Freiraum lassen für Unerwartetes, also nicht die gesamte zur Verfügung stehende Zeit verplanen.
  • Das Netzwerk sinnvoll und vertrauensvoll erweitern, jede Gelegenheit zu nutzen, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ohne den geschäftlichen Hintergedanken zu haben und einfach offen sein für neue Menschen und die Chancen, die sich damit ergeben können.
  • Das Miteinander als Chance sehen, um sich gegenseitig zu ergänzen – und nicht den negativen Konkurrenzgedanken…