Interview mit Annelies Huber

Wie würden Sie sich selbst und Ihre Einrichtung beschreiben?

Ich leite seit 25 Jahren das Haus International e.V., eine lokale NGO, die sich für interkulturelle Verständigung, Bildungsgerechtigkeit  und Menschenrechte einsetzt. Wir sind nicht parteiisch und setzen uns für die Rechte von Migranten und Flüchtlinge ein. Wir sind auch sehr vielseitig, gut vernetzt und haben eine sehr gute Reputation.  Wir unterstützen in erster Linie Projekte, die von einem aktiven, langfristigen Engagement unsererseits profitieren. Unser Schwerpunkt liegt auf sozialen, Bildungs- und kulturellen Projekten, die durch Zusammenarbeit, Qualität und Nachhaltigkeit eine spürbare Verbesserung bewirken. Wir sind inzwischen auch ein Betrieb mit zwei Standorten,  Arbeitsplätzen, einem Budget und allem anderen und fast 100 engagierte Bürger arbeiten ehrenamtlich in unseren Projekten mit.

Was waren die entscheidenden Meilensteine für Ihre berufliche und persönliche Entwicklung?

  • Studium der sozialen Arbeit in Landshut
  • Frühes Engagement für Menschenrechte und soziale Initiativen
  • Berufstätigkeit bei der Diakonie
  • Geschäftsführung im Haus International seit 1989
  • Mitbegründung von vielen Netzwerken wie
  • Interkulturelle Wochen,  Miteinander leben in Landshut,
  • Internationaler Frauentag, Netzwerk Integration,
  • Interreligiöses Forum etc.
  • Zahlreiche Auslandsreisen / Reisen zu Menschen
  • Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Band 2009

Was kompetente Leitung in Einrichtungen der Sozialen Arbeit im Einzelnen ausmacht? Und welche Rahmenbedingungen sind dafür nötig?

  • Motivation und Überzeugungskraft  in der Zielsetzung
  • Partnerschaftliche Führung und Klare Kommunikations- und Arbeitsstrukturen
  • Teamarbeit , Anerkennung und Integration des ehrenamtlichen Engagements
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
  • Genügend gute und motivierte Mitarbeiter
  • Ausreichende Infrastruktur (Räume, Technik etc.)
  • Budgets, mit denen man nicht nur überleben, sondern auch gestalten kann
  • Leitbild und Leitideen für die Arbeit
  • Klare, aber flexible Organisationsstruktur
  • Supervision / Coaching / Fortbildung
  • Gute Vernetzung und Kommunikation nach außen

Gab es besondere Schwierigkeiten, die Sie zu bewältigen hatten und wie haben Sie Ihre Gründung in Angriff genommen?

Am Anfang war die Akzeptanz der  Einrichtung vor allem im bürgerlichen Milieu nicht gegeben. Mangel an Personal, Infrastruktur und  Geld waren und sind unsere Dauerthemen. Aber durch gute Arbeit und gesellschaftlichen Wandel konnte sich die Einrichtung etablieren.

Worauf legen Sie bei Ihrer Arbeitsstätigkeit besonders Wert?

  • Strukturen und Verantwortlichkeiten
  • Gute Kommunikation
  • Verlässlichkeit
  • Freundlicher, respektvoller Umgang miteinander
  • Einhalt von Urlaubs- und Pausenregelungen
  • Kollegialen Austausch in Teams
  • Fachliche Qualität und guter Standard der Angebote
  • Hohe Wert- und Zielorientierung bei allen Angeboten und Projekten

Welche Bedürfnisse haben Sie, welche Themen müssen auf der Messe behandelt werden und von welchen Anlaufstellen können Sie sich Unterstützung jeweils am ehesten vorstellen?

  • Gegenseitige Unterstützung in Frauennetzwerken, Andere soziale Einrichtungen, Handwerkerinnen, Künstlerinnen
  • Sponsorensuche und Unterstützerinnen z.B. Inserentinnen, Patinnen

Gibt es Tipps, die Sie den geschäftstätigen und berufstätigen Frauen geben würden?

Sich selbst und die eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Träume nicht über der Arbeit zu vergessen oder hinten anzustellen. Für ausreichende Ausgleich zu Beruf und Arbeit sorgen und Private soziale Netzwerke pflegen.